Verstehen, wie eine Diktatur entsteht – Theater-AG zeigte „Die Welle“

Wie kann man das scheinbar Unverständliche begreifbar machen? Ben Ross ist  Lehrer und möchte mit seinen Schülern der Frage nachgehen, wie sich in Deutschland nach 1933 die Schreckensherrschaft der Nazis etablieren konnte. Warum haben sich die Menschen damals nicht genügend gewehrt? Könnte sich eine solche Unterdrückung wiederholen? Um das zu klären, führt der Lehrer ein Experiment mit den Jugendlichen durch, das zunächst ganz harmlos verläuft: Die Schüler lernen, was das Wort „Disziplin“ bedeutet und schließen sich zu einer Gruppe mit dem Namen „Die Welle“ zusammen. Innerhalb kurzer Zeit nimmt dieses Gruppendenken jedoch radikale Züge an: Schüler, die nicht dem Ideal der Gruppenmitglieder entsprechen, werden unter Druck gesetzt oder sogar körperlich angegriffen. Die Situation droht zu eskalieren, bis Ben Ross den Jugendlichen auf radikale Weise klarmacht, wie weit sie zu gehen bereit sind, und das Experminent beendet.

In zwei eindrucksvollen Aufführungen am 28. und 29. März 2014 zeigte die Theater-AG das Stück nach dem Roman von Morton Rhue in einer Bühnenfassung von Axel Ziemke. Die Schauspielerinnen und Schauspieler haben ein Jahr lang Texte gelernt, unter der Leitung von Frau Krock das Stück geprobt und mit ihr die Szenen weiterentwickelt. Die Vorführungen gingen unter die Haut; das Beklemmende des Entstehens einer Diktatur wurde durch das Spiel der Jugendlichen deutlich. Das Publikum dankte es an beiden Abenden mit langem Applaus.

Zwischen den beiden Teilen der Aufführung sorgten Chor und Band der Schule unter der Leitung von Frau Weikamp für die musikalische Unterhaltung im Musikraum neben der „Theaterbar“.

 

 

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